18. Juli bis 18. August 2012

Anna Szostak

Chorleitung (Camerata Silesia)

Anna Szostak gehört zu den besten polnischen Chorleitern. Sie rief mehrere Gesangsgruppen ins Leben und gründete 1990 die Camerata Silesia, die sie bis heute leitet. Technische Vollkommenheit und Kreativität waren von Anfang an ihr angestrebtes Ziel. Grundgedanken von Anna Szostazk bei Repertoireauswahl und Interpretationsansatz sind die Umsetzungsmöglichkeiten von Renaissance- und Barockwerken in historischer Aufführungsweise. Daraus entwickelten sich gemeinsame Konzerte mit den berühmten Sängerinnen Emma Kirkby und Barbara Schlick, aber auch die Leitung von großen Ensembles wie Il Tempo i Concerto Polacco, Schlesisches Kammerorchester, Kammerorchester des Nationalorchesters des Polnischen Rundfunks u. a. Neben großen Werken wie dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach dirigierte Anna Szostak die Camerata bei a-cappella-Konzerten mit Instrumentalsolisten, wie 2000 beim Warschauer Herbst, die Miserere von Witold Szalonek und Arvo Pärt sowie die Psalmen für Chor und Band Aus der Tiefe rufe ich dich, oh Herr von Krzysztof Knittel. Im Programm der von der Maestra geleiteten Werke befanden sich auch reine Orchesterwerke (z. B. Symphonien von W.A. Mozart). Ihre Vorliebe gilt auch der modernen Musik, allen voran Trois poèmes d'Henri Michaux von Witold Lutosławski, dessen Werk Anna Szostak gemeinsam mit Antoni Wit in Warschau und Peter Hirsch in Brüssel dirigierte. Herausragend sind auch Konzerte mit instrumentaler Begleitung, so z. B. das Miserere von Paweł Szymański während seiner Warschauer Musikspiele sowie Das atmende Klarsein von Luigi Nono mit Roberto Fabriccani, dem weltberühmten Flötisten im italienischen Feltre. 2007 erblickten in Tschenstochau verkannte Werke unter der Leitung der Maestra das Licht der Welt, so leitete Anna Szostak auch Werke des Claramontes-Komponisten aus dem 17. Jahrhundert Aleksander Władysław Leszczyński, der von Musikologen als "Kapitalentdeckung" gefeiert wird. Ein weiteres großes Ereignis war die Wiederbelebung (nach 220 Jahren des Nicht-Erklingens) der Werke von Josef Zeidler während der "Sacromontana" in Gostyn. Der Erfolg der Camerata Silesia – in Konzerten und auf Tonträgern – ist auch mit der Erfolg der Chorleiterin. Die meisten CDs entstehen nicht nur unter der Leitung von Anna Szostak, sondern auch nach ihren schöpferischen Vorstellungen. Anna Szostak schloss an der Fakultät der Kunst der Schlesischen Universität als Doktor der Künste im Bereich Dirigieren ab, wo sie heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist. Sie ist Preisträgerin des Ministers für Kultur und Kunst (1993) und erhielt 2004 den Jerzy-Kurczewski-Preis für Verdienste um die Chormusik. 2008 wurde Anna Szostak der Preis des Marschalls der Woiwodschaft Schlesien verliehen.