18. Juli bis 18. August 2012

Polnischer Rundfunkchor Krakau

Der Polnische Rundfunkchor Krakau wurde 1948 von Jerzy Gert gegründet. Seine ersten Chorleiter waren Alojzy Kluczniok und Tadeusz Dobrzański. Von Beginn an bis 1994 war der Chor integraler Teil des Polnischen Rundfunkorchesters und -chors Krakau.  Der Chor arbeitete mit vielen herausragenden Dirigenten in Polen und andernorts zusammen, u. a. mit W. Rowicki, J. Semkow, J. Krenz, A. Wit, B. Bartoletti, J. Ahronovitch und G. Sinopoli. Oft wirkte der Chor bei Uraufführungen der Werke polnischer Komponisten mit, so z. B. von W. Lutosławski, K. Penderecki, H. M. Górecki. Weiters trat der Chor bei internationalen Festivals auf: Settimana di Monreale, Festival Regione Lombardia, Oratorien- und Kantaten-Festival Ratzeburg, Le Festival de la Musique Contemporaine Centre Pompidou und Rossini Opera Festival. Neben Konzerten wurden zahlreiche Aufnahmen für das polnische Radio und Fernsehen sowie andere ausländische Rundfunkanstalten und Musiklabels eingesungen. Die Kooperation mit EMI brachte die Aufnahmen des Gesamtwerks von Karol Szymanowski und einiger Werke von Krzysztof Penderecki hervor. Der Chor erhielt 6 Oscar-Awards für die Aufnahme von Boris Godunow. Die Académie Charles-Cros verlieh den Grand Prix du Disque für Krakow Concerto, Katyń von N. van de Vate, Ein Überlebender aus Warschau von A. Schönberg und Dies irae von K. Penderecki. Seit 1995 hat der Chor als unabhängige Gruppierung innerhalb des Polnischen Rundfunks gearbeitet. Das Repertoire umfasst A-cappella-Musik und vokal-instrumentale Formen mit speziellem Augenmerk auf polnische Musik. Zur Jahrtausendwende nahm der Chor unter der musikalischen Leitung von Avi Ostrowski mit dem Israeli Kibbutz Orchestra an einer Konzerttournee teil. Zur Aufführung kamen damals das Stabat Mater von Szymanowski, Mozarts c-Moll-Messe und das Stabat Mater von F. Schubert. Weiters trat der Chor beim Europalia Festival 2001 in Brüssel mit dem Nationalen Polnischen Rundfunk-Sinfonie Orchester (Dirigent Antoni Wit) und 2002 im Rahmen einer Tournee in der Schweiz mit dem Polnischen Rundfunkorchester (Dirigent Wojciech Rajski, Newski-Kantate von S. Prokofiew) auf. Darüber hinaus hat der Chor die Oper Moses und Aron im Repertoire, war Gast am Staatstheater Darmstadt (1998), Teatro Massimo in Palermo (2002), Staatstheater Stuttgart (2003) und an der Hamburgischen Staatsoper (2004). Die Diskographie des Polnischen Rundfunkchors umfasst 60 CD-Aufnahmen, wovon vier für den Preis der Akademia Fonograficzna "Fryderyk" nominiert wurden. Die Aufnahme mit Musik von H. M. Górecki wurde mit zwei "Fryderyks" ausgezeichnet. 2008/09 feierte der Chor sein 60-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert am 15. November beim Festival polnischer Musik mit der Auszeichnung "Honoris Gratia" durch den Präsidenten der Stadt Krakau. Im März 2009 war der Chor beim Tongyeong International Music Festival in Korea und im Mai beim Sounds New Contemporary Music Festival – Polish Connections mit Penderecki’s Passion in der Kathedrale von Canterbury zu Gast. Neben der Teilnahme bei den Bregenzer Festspielen ist 2009 auch ein Konzert in Münster geplant.