17. Juli bis 18. August 2013

Christiane Oertel

Alte Frau (Mezzosopran)

Sie setze „mit ihren gesanglichen und darstellerischen Leistungen hohe Maßstäbe“ und präge „maßgeblich das Profil der Komischen Oper“, begründete die Stadt Berlin die Ernennung Christiane Oertels zur „Kammersängerin“. Seit 1988 ist die in Leipzig ausgebildete Mezzosopranistin dem Haus verbunden, an das sie einst der große Regisseur Harry Kupfer holte. Hier und bei internationalen Auftritten im Royal Opera House Covent Garden in London, in der Mailänder Scala, bei den Salzburger Festspielen oder den BBC Proms erarbeitete sie sich ein breites Repertoire. Es reicht von Mozart- und Rossini-Partien bis hin zu Sergej Prokowjew (Clarice in Die Liebe zu den drei Orangen) oder Benjamin Britten. Dabei sang sie mit Dirigenten wie Jeffrey Tate und Bernhard Haitink. Unter Kurt Masur war sie an mehreren CD-Einspielungen beteiligt und konzertierte auch mit dem Thomanerchor Leipzig.


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Moshe Leiser & Patrice Caurier

Inszenierung

Als Regie-Duo sind der Antwerpener Moshe Leiser und der Franzose Patrice Caurier längst zu einer Marke geworden. Seit fast 30 Jahren begeistern sie die Opernwelt mit ausgezeichneten und von der Kritik gelobten Inszenierungen, sei es nun Giacomo Puccinis Madama Butterfly am Royal Opera House Covent Garden in London, Gioacchino Rossinis Comte d’Ory am Opernhaus Zürich oder Ambroise Thomas’ Hamlet in New York und Barcelona. Ihr Leitspruch „Jeder Komponist braucht eine ganz eigene Behandlung“ führt zu stets anderen Ergebnissen. Für das Team stehen die Sänger absolut im Mittelpunkt, da sie „die Emotionen in der Oper transportieren“. Auch arbeiten Moshe Leiser und Patrice Caurier seit 15 Jahren mit denselben Bühnenbildner, Kostümbilder und Lichtdesigner. Das gibt ihren Inszenierungen eine singuläre Handschrift. An die 100 Produktionen haben sie mittlerweile gemeinsam erarbeitet, zuletzt etwa Georg Friedrich Händels Giulio Cesare bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2012 mit einer traumhaften Sängerriege: Cecilia Bartoli, Andreas Scholl, Anne Sofie von Otter und Philippe Jaroussky.


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Dietrich Henschel

Kris Kelvin, Psychologe (Bariton)

Für den Bariton Dietrich Henschel ist eine künstlerische Spannbreite selbstverständlich. Bereits früh hat er sich neben klassischen Opernrollen auch für Barock und Neue Musik eingesetzt. So erzielte er seinen internationalen Durchbruch in Lyon mit der Gestaltung des Dr. Faust in Ferruccio Busonis gleichnamiger Oper. Auch mit der Titelpartie in Hans Werner Henzes Der Prinz von Homburg, die er 1997 erstmals an der Deutschen Oper Berlin sang, sorgte er für Furore. Viele Opernbühnen in ganz Europa luden ihn nun ein, so wirkte er 1999 am Pariser Theatre du Chatelet unter John Eliot Gardiner an Bob Wilsons Inszenierung von Christoph Willibald Glucks Alceste mit, gastierte am Opernhaus Zürich oder beim Festival Maggio Musicale Firenze. Henschel etablierte sich außerdem als Konzert- und Liedersänger, dabei erregte er mit multimedialen Projekten Aufsehen. In seinem aktuellen Irrsal-Tryptichon spürt er mit der Filmemacherin Clara Pons etwa Hugo Wolfs Mörike-Liedern nach.


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Christian Fenouillat

Bühne

Ein fester Partner des Regie-Duos Moshe Leiser & Patrice Caurier ist der französische Bühnenbildner Christian Fenouillat. Bereits seit 1975 stattet er Filme, Theater- und Opernaufführungen aus. Der gelernte Architekt arbeitete bereits mit Regisseuren wie Jean-Louis Godard und Christophe Perton. Neben seiner Arbeit für französische Theater oder das Avignon Festival, wirkt er am Mariinsky-Theater St. Petersburg und in vielen europäischen Metropolen. Zu seinen Aufsehen erregenden Arbeiten mit dem Duo Leiser & Caurier gehören etwa Jacques Halévys Clari und Gioacchino Rossinis Mosè in Egitto für das Opernhaus Zürich, Rossinis Cenerentola für das Royal Opera House Covent Garden in London oder George Bizets Carmen für die Welsh National Opera. Außerdem gestaltet Fenouillat Kunstausstellungen. Daher dürfen auch auf seinen Bühnen „die Wände in kräftigen Farben leuchten“, wie die Neue Zürcher Zeitung 2012 über seine Ausstattung von Rossinis Otello schrieb.


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Agostino Cavalca

Kostüme

Seit 1995 arbeitet der italienische Kostümbildner Agostino Cavalca mit dem Regie-Duo Moshe Leiser & Patrice Caurier. Gemeinsam erarbeitete man erfolgreiche Produktionen wie Giulio Cesare in Salzburg, Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel und Cenerentola am Royal Opera House Covent Garden in London, Peter Tschaikowskys Eugen Onegin am Mariinsky-Theater St. Petersburg, Otello in Zürich oder Hamlet an der Metropolitan Opera New York. Seine Anfänge machte Cavalca beim Theater, hat sich heute jedoch ganz auf die Oper spezialisiert. Den Ausdruck „Costume designer“ findet er allerdings überkommen, da er sich eher als "Charakterdesigner" versteht. Wie die Figuren wandeln sich daher auch seine Kostüme im Laufe der Aufführung. Zudem muss seine Kleidung gut tragbar sein, damit sich die Sängerinnen und Sänger auf die körperlichen Anforderungen des heutigen Musiktheaters konzentrieren können. Seit 1980 lebt Cavalca in der Hauptstadt der Mode: Paris.


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Paulus Hochgatterer

Sprecher, Autor

"Der Österreicher kann erzählen, und wie er das kann! Er schwärmt, er liebt, er lamentiert, er greift an, ohne eine Spur von Langweilertum.“ So lobte der Radiosender WDR2 das neue Buch „Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe. Eine Poetik der Kindheit“ von Paulus Hochgatterer. Der gebürtige Niederösterreicher lebt heute als Kinderpsychiater und Schriftsteller in Wien. Als ausgebildeter Mediziner und Psychologe fand er einen sehr eigenen Zugang zur Welt der Literatur, die ihn seit Jugend an begleitet. Früh wurden seine Werke ausgezeichnet. Sein Buch „Die Süße des Lebens“ erhielt 2007 den Deutschen Krimipreis. Es folgten der Literaturpreis der Europäischen Union und der Österreichische Kunstpreis. 2010 erschien der Roman „Das Matrazenhaus“, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung als „ungemein dicht, sorgfältig komponiert“ bezeichnete. Und die Neue Zürcher Zeitung schätzt die „Einblicke, die Hochgatterer in seinen Büchern stets aufs Neue in die dunkle österreichische Seele tut.“


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Michael Krüger

Sprecher, Autor

Besonders bedauert er, dass heute fast niemand mehr Klassiker lese, verriet Michael Krüger dem Berliner Tagesspiegel. Der Chef des Hanser Verlages weiß, wovon er spricht. In seinem Haus erscheinen neben aktueller Literatur auch immer wieder Neuauflagen und Übersetzungen älterer Meisterwerke. Er selbst ließ sich als Buchhändler in Berlin ausbilden, besuchte daneben Vorlesungen an der Freien Universität. Zunächst arbeitete Krüger als Buchhändler in London, bis er 1968 Verlagslektor im Münchner Hanser Verlag wurde. Nebenher entdeckte er sein Talent für Literaturkritik und machte sich seit 1972 auch als Dichter und Erzähler allmählich einen Namen. Mit dem „Großen Literaturpreis der bayerischen Akademie der Schönen Künste“ und einem Ehrendoktor der Universität Bielefeld wurde er unter anderem ausgezeichnet. Zu seinen Werken gehören etwa der Roman Die Cellospielerin (2000) oder zuletzt der Gedichtsband Ins Reine (2010). Wenn er bald 70 wird, will er als Verlagschef aufhören und seinen Roman Das Testament vollenden.


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Aaron Pilsan

Klavier

Mit gerade 17 hat sich Aaron Pilsan bereits einen Namen in der musikalischen Welt gemacht. Die Fachzeitschrift Fono Forum kürte den Schüler des weltweit renommierten Klavierpädagogen Karl-Heinz Kämmerling zum „Nachwuchskünstler des Jahres 2011“. Neben seiner Ausbildung an der Musikhochschule Hannover konzertierte der aus Dornbirn in Vorarlberg stammende Pianist bereits im Lunchkonzert der Berliner Philharmoniker, bei den Schwetzinger Festspielen, dem Kissinger Sommer oder dem vom Pianisten Lars Vogt geleiteten Kammermusikfestival Spannungen in Heimbach. Mehrere Wettbewerbserfolge sowie Meisterkurse bei Alfred Brendel und András Schiff stehen am Anfang der aufblühenden Karriere dieses viel versprechenden Künstlers. Als er zum Saisonauftakt 2011/12 mit dem Symphonieorchester Vorarlberg Camille Saint-Saëns’ zweites Klavierkonzert interpretierte, schwärmte die Zeitschrift Kultur anschließend von der „bewundernswerten Ausdruckskraft“ und „perlenden Klarheit“ seines Klavierspiels.


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EOS-Quartett

Vier Musiker der Wiener Symphoniker gründeten 1992 das EOS-Quartett, eine der führenden Kammerformationen Österreichs. Von Anfang an setzte das Team (Willy Büchler, Christian Blasl, Roman Bernhart, Andreas Pokorny) auf eine langsame Entwicklung, wollte die gespielten Werke genau erarbeiten und ein breites Repertoire von Joseph Haydn bis zur Moderne abstecken. Dieser Weg fruchtete, denn das Quartett wird heute immer wieder für seine „hohe Kunst des Kammermusizierens“ (Radio Steiermark) gelobt. Im Konzerthaus Wien fanden die vier Musiker Willy Büchel (erste Violine), Christian Blasl (zweite Violine), Roman Bernhart (Viola) und Andreas Pokorny (Violoncello) seit 1994 eine dauerhafte Heimat für ihre anspruchsvollen Projekte. So führten sie sämtliche Streichquartette Paul Hindemiths auf und widmeten sich ausgiebig Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, etwa von Igor Strawinsky, Bohuslav Martinů oder Erwin Schulhoff. Außerdem arbeitete das Quartett mit zeitgenössischen Komponisten wie György Kurtag. Der Wiener Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz lobte den „ausgewogenen Ton“ des EOS-Quartetts, denn die Musiker „sorgen für lebendigste Differenzierung des Stimmgewebes und bringen Technik und Gefühl perfekt ins Lot.“


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Kathrin Röggla

Sprecherin, Autorin

Die in Salzburg geborene Schriftstellerin Kathrin Röggla gehört zu den wichtigsten Buchautorinnen in Österreich und Deutschland. „So temperamentvolle, wütend reflektierende Monologe, die sich lustvoll und hemmungslos auf die gegenwärtige Sprache einlassen, hat man lange nicht gelesen“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung über ihr Buch „die alarmbereiten“ (2010). Als moralische und politische Autorin verfasste sie auch Radiosendungen und Theatertexte. Ihre Schauspiele wurden zuletzt etwa am Staatstheater Kassel, am Nationaltheater Mannheim oder am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. 1992 zog die einstige Studentin der Germanistik und Publizistik nach Berlin, damals entstanden auch ihre ersten Bücher. Röggla erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Ihr Tagebuch really ground zero verarbeitet ihre hautnahen Erlebnisse des New Yorker Terroranschlags vom 11. September 2001 und entblößt die verstörende Welt damaliger Berichterstattungen. 2012 wurde sie zur Stadtschreiberin von Mainz ernannt.


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