Jacob's Room (uA)
Kammeroper von Morton Subotnick für vier Solisten, vier Violoncelli, Keyboards und Elektronik Auftragswerk von Kunst aus der Zeit in Koproduktion mit soniq performing arts berlin
5. und 7. August – 20.00 Uhr, Werkstattbühne
Jacob ist der Überlebende eines Völkermords – wann und wo bleibt der Fantasie der Zuschauer überlassen. Er wird von seiner Vergangenheit heimgesucht, geplagt von der Schuld, überlebt zu haben, was andere ihr Leben gekostet hat. Seine eigene Mutter hat sich für ihn geopfert, und er war Zeuge dieser Tat. Jahre später versucht Jacob, sich von all diesen Schuldgefühlen zu befreien. Der Titel der Oper bezieht sich auf einen "Denkraum" in dem Jacob "The Guide" trifft, ein Wesen, das ihn mitnimmt auf eine Reise zurück in seine Kindheit.
Morton Subotnick gilt als einer der wichtigsten Pioniere elektronischer Musik in den USA. In den 1960er Jahren feierte er mit seinen psychedelischexperimentellen Kompositionen große Erfolge. In den 1990ern wurde er von der ElectronicaBewegung wiederentdeckt und erfreut sich seither enormer Popularität. Die Oper Jacob's Room war eigentlich schon in den 1970er Jahren in Auftrag gegeben worden, wurde jedoch aufgrund künstlerischer Differenzen nie in der geplanten Form realisiert und erst 1989 konzertant uraufgeführt.
Jetzt, 30 Jahre später, werden die Bregenzer Festspiele Subotnicks abendfüllende Oper auf die Bühne bringen. Die Regisseurin und Bühnenbildnerin Mirella Weingarten hat dafür eine dynamische Bühnenskulptur entwickelt, die der Videokünstler Lillevan live als Projektionsfläche nutzen wird.
Preis: EUR 26, Einführungsgespräch jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn
Morton Subotnick
Der amerikanische Komponist Morton Subotnick (*14. 4. 1933) ist nicht nur einer der Pioniere elektronischer Musik, er gilt auch als ein Vorreiter der Multimediakünste. In den 1960er Jahren war er der erste Komponist, der von einem Plattenlabel einen Kompositionsauftrag für elektronische Musik erhielt. Das daraus resultierende Album Silver Apples of the Moon, komponiert 1967 mit der ersten Version des Buchla-Synthesizers, war ein Bestseller und schaffte es bis an die Spitze der US Classical Charts. Mitte der 1960er Jahre war Subotnick unter anderem Musikdirektor des berüchtigten "Electric Circus", einer Art Multimedia-Disco, in der Künstler wie The Velvet Underground oder The Grateful Dead auftraten.
Subotnicks Hauptinteresse als Komponist lag immer bei Tanz und Theater. Sein Theaterverständnis entspricht dabei dem anderer amerikanischer Künstler seiner Generation wie Robert Wilson, Meredith Monk und Robert Ashley. Als Komponist formt Subotnick den Klang in den drei Dimensionen des theatralischen Raums.
In Zusammenhang mit der Uraufführung von Jacob's Room stehen auch zwei weitere Veranstaltungen auf dem Programm: Morton Subotnick wird unter Verwendung eines 1961 gebauten Buchla-Synthesizer einen Vortrag über seine Anfänge in der elektronischen Musik halten sowie in einer Laptopshow mit Live-Video einige seiner Werke aus den 60er Jahren präsentieren.

