Out of Context
les ballets C de la B / Alain Platel
Eine Produktion von les ballets C de la B in Koproduktion mit Théâtre de la Ville (Paris), Le Grand Théâtre de Luxembourg, TorinoDanza, Sadler’s Wells (London), Stadsschouwburg Groningen, Tanzkongress 2009 / Kulturstiftung des Bundes, Kaaitheater (Brüssel)
13. und 14. August – 20.00 Uhr, Werkstattbühne
"The scene is a place of urgency and the body / bodies in ecstasy", schreibt der Choreograph Alain Platel über seine neue Produktion. "Eines der Themen, das in meinem Werk der vergangenen Jahre einen großen Stellenwert einnimmt, ist das des ‚Körpers im Zustand der Hysterie'. Ich beziehe mich dabei nicht auf die Hysterie als Krankheit, sondern vielmehr als eine Art Übersensibilität dem Leben gegenüber.
Wann immer auch Worte nicht mehr in der Lage sind, unsere tiefsten Gefühle auszudrücken, übernimmt unser Körper. Ich habe mit Tänzern gearbeitet um eine Körpersprache zu entwickeln, die auf genau diesem Prinzip basiert. Denn das ist der Tanz wohl schon seit Anbeginn: eine physische Übersetzung extremer Gefühle.
Die Angst vor dem Unbehagen derer, die Zeuge eines Körpers in einem solchen Zustand werden, ist sehr groß. Und dennoch glaube ich, dass es ein positives Erlebnis ist, einen solchen Zustand zu beobachten, sich ihm zu nähern. Es versetzt uns in die Lage, dieses ganz spezielle Verhalten zu verstehen, genauso wie andere For men seltsamen – extremen und provokativen – Benehmens, die alle Teil unseres menschlichen Selbst sind."
Preis: EUR 26, Einführungsgespräch jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn
Alain Platel
Der Choreograf und Tänzer Alain Platel verbindet auf der Bühne Dinge, die scheinbar nicht zusammen gehören, und überschreitet mit seinen Choreographien immer wieder die Grenzen zwischen Tanz, Theater, Musik und bildender Kunst. Platel wurde 1956 im belgischen Gent geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Heilpädagogen und betreute fünf Jahre lang schwer behinderte Kinder. 1984 gründete er gemeinsam mit anderen Regisseuren und Choreographen das Tanzkollektiv les ballets C de la B. Mit der Produktion Lets op Bach gelang ihm vier Jahre später der internationale Durchbruch. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Wolf (2003), Allemaal Indiaan (1999), La Tristeza Complice (1995) und Bonjour Madame (1993). 2004 wurde Platel für sein Lebenswerk mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet.
"Platel verbindet die Drastik einer Sozialreportage mit der Albernheit eines Kindergeburtstags und kombiniert die vielen Geschichten wie ein Zirkusjongleur." Berliner Zeitung
