Kunst aus der Zeit
My Musig
Ob „MySpace“ „My Ikea“, „My Hammer“ oder „MyVideo“: Wir begegnen dem neudeutschen Wörtchen „My“ täglich. In dieser Zeit der Globalisierung, in der Werte wie „Heimat“ und „Familie“ neue Definitionen erhalten, hat der Begriff „Meins“ Hochkonjunktur.
Wir haben die sprachliche Mischung aus „My“ (englisch) und „Musig“ (vorarlbergisch) für dieses Projekt über die Klänge dieser Region bewusst gewählt. Was ist My Musig? Die Melodien, die wir als Kinder gesungen haben? Der Klang der Schritte der Mutter auf der Treppe oder das Bellen des Nachbarhundes? Die Arien unserer Lieblingsoper oder die Rockmusik, die wir als Studenten gehört haben? Die Stille bei Schneefall oder gar das Poltern einer Lawine? Mit My Musig stellen wir drei Projekte vor, die die Musik der Region Vorarlberg und des Dreiländerecks beobachten und reflektieren.
Processional
Open-Air-Komposition für Bläser-Septett, Jazz Big Band und drei Blaskapellen von
Moritz Eggert
Neue Fassung im Auftrag von Kunst aus der Zeit
Drei regionale Blaskapellen marschieren musizierend durch die Stadt Richtung Festspielhaus – eine Kapelle fährt sogar mit dem Schiff – während die Jazz Big Band Dornbirn den Festplatz zum Brummen bringt. Die Blechbläser der Wiener Symphoniker steigen sogar auf’s Dach! Ganz Bregenz wird zum Ort des Geschehens, zum Auditorium in wahrsten Sinn des Wortes.
Processional: das ist Musik, die sich bewegt, Musik, die bewegt wird. Die Faszination für diese Art der Überlagerung von Klängen existiert seit dem 20. Jahrhundert – auch deshalb, weil sie den Sound unseres Alltags widerspiegelt. Am Schluss spielen alle 160 Musiker gemeinsam vor dem Festspielhaus – ein wahrlich einzigartiges Erlebnis!
Musikalische Leitung: Josef Eberle
Mit: Bläserseptett der Wiener Symphoniker, Jazz Big Band Dornbirn, Militärmusik Vorarlberg, Musikverein Concordia Lustenau, Musikverein Kennelbach
| Von der Stadt über den See zum Platz der Wiener Symphoniker |
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| 25. Juli 2009 – 18.00 Uhr |
Eintritt frei |
| Im Falle von Schlechtwetter findet die Veranstaltung am 26. Juli statt. |
Da hleeo durum daree durem dittm da herum
(ehemals Where we sing is where we left)
von
Benedict Mason, Auftragswerk von Kunst aus der Zeit
mit freundlicher Unterstützung der ernst von siemens musikstiftung
Der britische Komponist Benedict Mason entwirft musikalische Aktionen zwischen Konzert und Theater. Dabei arbeitet er mit Entfernung und Bewegung, Richtung und Resonanz. Seine neue Komposition ist eine Art musiktheatralische Antwort auf die Frage: „In Zeiten der Migration und Globalisierung, wo bleibt da unsere Musik?” Für das Projekt hat er ein Ensemble von hochkarätigen Spezialisten für ethnische Musik, Jazz und Improvisation und Klassik zusammengesucht. Hinzu kommen zwei Schauspieler sowie Musikanten aus ganz Vorarlberg. Aus einem einmaligen Sammelsurium von Instrumenten (unter anderem Persische Ney, Tuba, Violoncello, Alphorn, Hackbrett, Ocarina Quartett) kreiert er eine radikale Klangpalette. Mason mischt poetische Melodien, seltsame Geräusche, Jodeln, Jauchzen und die wildesten Klänge zu einem berührenden Theatererlebnis.
Musikalische Leitung: Benedict Mason und Franck Ollu, Inszenierung: Benedict Mason, Raum: Sebastian Alphons und Olaf Freese, Mit: Tanja Becker-Bender, Sabine Frick, Omoumi Hossein, Matthias Matschke, Marcus Rojas, Arkady Shilkloper, Graham Valentine sowie Crazy Voices, Anton Lingg, die Bergziegen, Stubenmusik Dornbirn, Hausmusik Fink, Okarina-Musik Nägele, die Rubachtaler, Mitglieder des Trachtengruppe Lustenau, Anna Rädler
Einführungsgespräch 19.30 Uhr
| Werkstattbühne | |
| 25. Juli und 26. Juli 2009 – 20.00 Uhr | Euro 26 |
Lawine, Wald und Stubenmusi (UA)
Komposition für Flusssteine, Glocke, Äste und solarbetriebene Saiteninstrumente von
Georg Nussbaumer
Die Hauptinstrumente sind große, rund geschliffene Flusssteine, die auf einem Resonanzboden gewälzt werden und ein Wald aus dicht belaubten Ästen, der zum Rascheln und Rauschen gebracht wird. Diesen „Naturinstrumenten“ stehen Klangkörper gegenüber, die den Versuchen entstammen, das Leben in der Region spirituell und kulturell zu bewältigen: eine Glocke, die manchmal in das Rumpeln der Lawine erklingt, und regionstypische Saiteninstrumente, die, von Vibratoren angeregt, in wechselnder Intensität erklingen.
Die Instrumente sind für das Publikum während der Aufführung begehbar: Man kann von der Sphäre des Polterns in die des Rauschens wechseln und dabei der eigenen Phantasie freien Lauf lassen – so lange man möchte. Zu erleben ist eine Konzertinstallation zwischen Natur und Zivilisation, zwischen bedrohlicher Umwelt und heimeliger Musiktradition.
| Saal Bodensee |
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| 31. Juli bis 3. August 2009 – 17.00 bis 20.30 Uhr |
Eintritt frei |
