18. Juli bis 18. August 2012

Kunst aus der Zeit

Schauspiel und Performance

Foto: Weissengruber

Foto: Weissengruber

Foto: Weissengruber

Spitze

Foto: Andrea Salzmann

Die Lustige Witwe

Foto: Moni Saulich

Liebesdienste

Ein Theaterabend zum Thema Sexarbeit in und um Vorarlberg
Basierend auf der Idee von Annette Kuss

Eine Produktion von theater_sub_text in Koperation mit Kunst aus der Zeit und -Seelax im Freudenhaus

Das theater_sub_text wird unterstützt von der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg, vom Frauenreferat des Landes Vorarlberg, vom Kuturamt der Stadt Bregenz, sowie von der Impulse-Stiftung.

Allein in Deutschland nehmen täglich 1 Million Freier die Dienstleistungen von ca. 200.000 Sexarbeiter in Anspruch. Hier handelt es sich um eine Tätigkeit, der ein hoher Bedarf zugrunde liegt. Doch in Vorarlberg liegen keine Zahlen vor, denn offiziell gibt es seit einigen Jahren keine Prostitution bzw. „gewerbsmäßige Unzucht“ mehr. Die Journalistin Annette Raschner und die Vorarlberger Regisseurin Brigitta Soraperra entwerfen ein Doku-Theater über das „älteste Gewerbe der Welt“ und nehmen das ganze Themenspektrum ins Visier: von selbstbewusster Sexarbeit über bizarre Formen der Berufsausübung unter illegalen Umständen zu Frauenhandel und Zwangsprostitution.

Was geschieht in der Welt der roten Lämpchen wirklich? Raschner und Soraperra haben Sexarbeiter nach ihrem Alltag, nach tollen Geschichten, Arbeitsbedingungen, Sinnlichkeit, Verführung, Liberalisierung der Sexualität, Praktiken befragt. Aus diesen Interviews entsteht ein Theater, in dessen Zentrum menschliche Schicksale und persönliche Geschichten stehen. „Warum nicht? Guckst es dir einfach für eine Woche an!“ – (Wibke, 36, Prostituierte) „Der Job zehrt an den Kräften.“ – (Helen, 45, Domina)

Inszenierung: Brigitta Soraperra, Text: Annette Raschner, Bühne und Kostüme: Nicole Henning, Musik: Mario Marchisella, Licht: Haig Avedikian, Mit: Yvonne Racine, Oriana Schrage, Ute Sengebusch und Thomas Pösse und dem LIEDERmännerCHOR Alberschwende

Freudenhaus

13., 14., 15., 19., 20., 21., 22. August – 21.00 Uhr
Erwachsene: Euro 22
Schüler/innen und Studenten/innen: Euro 19

Die KAZ-Pass-Ermäßigung kann nur im Vorverkauf bei den Bregenzer Festspielen eingelöst werden.


brut @ Bregenz - Doppelabend

SPITZE

Koproduktion von Doris Uhlich und -brut Wien. Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

Spitze ist eine Auseinandersetzung mit dem klassischen Tanz, seinen Menschen, seinen Hierarchien, seinen Illusionswelten, seinen Körperbildern. Susanne Kirnbauer, 1. Solotänzerin i.R. der Wiener Staatsoper, Harald Baluch, Solotänzer, und Doris Uhlich, die mit 30 Jahren mit dem Spitzentanz beginnt, treffen aufeinander.

„Es begegnen sich Menschen, die ohne den Ballettcode nie in Berührung gekommen wären.“ – (Doris Uhlich)

„Frau Uhlich, wenn ich gewusst hätte, dass ich mit Ihnen arbeite, hätte ich die letzten 22 Jahre trainiert!“ – (Susanne Kirnbauer)

„Das hab ich noch nie gesehen: Jemand beginnt mit 30 Spitzentanz und hat keine Parodie im Sinn.“ – (Harald Baluch)

Dramaturgie: Andrea Salzmann, Choreografie: Doris Uhlich, Licht: Andrea Korosec, Mit: Harald Baluch, Susanne Kirnbauer, Doris Uhlich


Die lustige Witwe
Cesary Tomaszewski

Koproduktion von -brut Wien und Bregenzer Festspiele – Kunst aus der Zeit. In Kooperation mit -Frascati Amsterdam. Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Instytut Adama Mickiewicza und des Polnischen Instituts Wien.

Operettendekadenz trifft auf Putzfrauencharme: Zum Clash der Klischeewelten kommt es in Cezary Tomaszewskis neuer Produktion, wenn er Franz Lehárs opulent überladene Die lustige Witwe mit vier echten polnischen Reinigungsdamen in Szene setzt. Der Aufstieg der ärmlichen Hanna in die Pariser Hautevolée wird dabei in die gesellschaftliche Gegenwart Österreichs und seines Gastarbeiter-Innenmilieus projeziert. Das angespannte Verhältnis der vermeintlichen Bourgeoisie zum Migrationsproletariat wird in der ungewöhnlich absurden Welt der Operette ironisch gebrochen.

„Selten wurde diese Wiener Parallelwelt zwischen Arbeitsmigration, Entwurzelung und Prekariat so witzig und dennoch keineswegs oberflächlich auf die Bühne gebracht. Diese Lustige Witwe ist weder Kitsch noch Klischee. Diese Lustige Witwe ist Kult.“ schrieb der Kritiker Wolfgang Huber-Lang (APA).

Musik: Franz Lehár, Konzept und Regie: Cezary Tomaszewski, Textbearbeitung: Rosemarie Poiarkov, Dramaturgische Beratung: Pawel Demirski, Rosemarie Poiarkov, Performance: Halina Graser, Agnieszka Malek, Alicja Talmacs-Soszynska, Maria Zardzielewicz, Licht: Bartek Kubiak

Einführungsgespräch 19.30 Uhr


Werkstattbühne

21. und 22. August – 20.00 Uhr
Euro 15