18. Juli bis 18. August 2012

Violeta Urmana

Foto: Christine Schneider

Die aus Litauen stammende Sängerin machte sich zunächst als Mezzosopranistin, vor allem als gefeierte Kundry in Wagners Parsifal oder Eboli in Verdis Don Carlos einen Namen. Nachdem sie bereits die Sieglinde in Wagners Walküre bei den Bayreuther Festspielen gesungen hatte, erfolgte ihr eigentliches Debüt als Sopranistin im Dezember 2002 zur Saisoneröffnung der Mailänder Scala in der Titelpartie von Glucks Iphigénie en Aulide unter Riccardo Muti. Seither fanden zahlreiche Partiedebüts im Sopranfach statt: Andrea Chénier in Wien, Macbeth in Sevilla, Tristan und Isolde in Rom, La Gioconda und La forza del destino in London, Tosca in Florenz, Ariadne auf Naxos in New York, La Wally im Konzerthaus Wien, Norma in Dresden, Don Carlos (Elisabetta) in Turin, Aida in Mailand, Un ballo in maschera in Florenz. Zu ihren Projekten zählen Aida in Mailand, Tel Aviv und New York, Tristan und Isolde in Wien sowie der 2. Akt konzertant in Köln, Tosca in Chicago und New York, das Partiedebüt als Odabella in Verdis Attila in New York, Un ballo in maschera in Monte Carlo, Macbeth in Bilbao, La forza del destino in Barcelona, Cavalleria rusticana in Hamburg, Ariadne auf Naxos in New York sowie zahlreiche Konzerte und Liederabende in den wichtigen Musikzentren weltweit. Violeta Urmana arbeitet mit allen wichtigen Dirigenten unserer Zeit. Zahlreiche CD-Einspielungen und DVD-Aufnahmen zeugen von ihrem vielseitigen künstlerischen Schaffen. 2002 erhielt sie in London den Royal Philharmonic Society Award für Sänger.


1) Sie werden am 10. August als Isolde zu erleben sein. Haben Sie eine besondere Beziehung zu dieser Rolle?

Ich habe Isolde letzten Sommer zum ersten Mal szenisch gesungen, und das hat meine Überzeugung bestätigt, dass diese Partie sehr dankbar, erfüllend, sehr angenehm zu singen ist und sie meine Lieblingspartie für die Zukunft sein wird.


2) Wenn Sie nicht Sängerin geworden wären, was dann?

Mein Kindheitstraum war Archäologin zu werden. Als ich die Musik entdeckt hatte, wollte ich Organistin werden. Aber mir hat das Singen immer gefallen – eine sehr unmittelbare Art, sich auszudrücken. Ich war aber schüchtern und hätte nie gedacht, diesen Weg einzuschlagen. Bis dann die Leidenschaft zum Singen gewonnen hat - und nach 17 Jahren Klavierstudium habe ich von null angefangen, Gesang zu studieren.


3) Haben Sie eine Lieblingsrolle? Und wenn ja, welche und warum?

Auch nach meinem Repertoirewechsel bleibt Kundry meine Lieblingspartie. Schade nur, dass sie im 3. Akt nicht singt. Im Moment ist die Gioconda meine Lieblingspartie im italienischen Fach. Ich mag auch Bellini und Verdi, aber auch auch Gluck (neulich habe ich die zweite Iphigene, die aus Tauris, gesungen) und bedaure, dass ich nicht mehr Bach singe. Aber vielleicht ich kann noch zurück – ich habe nichts von meiner Stimme verloren, als ich als Mezzo war.


4) Was befindet sich auf ihrer IPod-Lieblings-Playliste?

Ich muss sagen, dass ich selten Musik höre, wenn ich nicht gerade etwas studieren muss. Aber mein IPod ist ziemlich voll – nicht nur mit Opern, Bach & Beethoven, sondern auch mit Hip-Hop – Rihanna, Beyonce & Co. Ich muss sagen, dass ich nur die neueste Pop Musik mag.


5) Was ist ihre „Geheimwaffe“ bei Lampenfieber vor einer Vorstellung?

Manchmal bete ich, manchmal muss ich mich nur daran erinnern, dass das Singen mir große Freude macht und ich diese an das Publikum weitergebe!


6) Gibt es irgendetwas Spezielles, das Sie immer mithaben, ganz egal, wohin Sie reisen?

Sicherlich! Verschiedene Inhalationsgeräte und eine Menge Medikamente (für alle Fälle) und Vitamine. Und natürlich meinen Computer und genügend zum Lesen.


7) Was vermissen Sie am meisten wenn Sie unterwegs sind?

Natürlich das “normale Leben” -  zuhause sein, im eigenen Garten auf dem Liegestuhl liegen und lesen oder Musik hören. Leider ist eine Weltkarriere zuhause sitzend nicht möglich!


Weitere Informationen finden Sie unter -www.violetaurmana.com.