18. Juli bis 18. August 2012

Weihnachtsrezept

von Manfred Bischelsberger

Manfred Bischelsberger
Controller

Dass die Mitwirkenden der Bregenzer Festspiele nicht nur virtuose Bühnenkunst zaubern, sondern auch in der Küche wahre Künstler sind, beweisen ihre Weihnachts-Kochtipps: Ab heute bis Heiligabend veröffentlichen wir immer freitags einen neuen Schmankerl-Tipp aus der Künstlerküche am Bodensee. 

Heute auf dem kulinarischen Spielplan steht: Pute mit Schweinsknöchele sowie zwei dunklen Bieren - wobei nur eine Flasche davon für die Speise gedacht ist. Was mit der anderen Flasche passiert und wie Manfred Bischelsberger aus der Zubereitung eine Zeremonie macht, lesen Sie hier.


Der Zeremonien-Meisterkoch:

Pute mit Schweinsknöchele

Mein Lieblingsessen ist defi nitiv die Weihnachtspute. Denn abgesehen vom Zeremoniell der Zubereitung überzeugt bei dieser Speise das Zeremoniell des gemeinsamen Essens. Ich mag es einfach, wenn viele Leute um einen Tisch sitzen, gemeinsam genießen und es dabei so richtig abgeht: Es wird geredet, gelacht und ständig reicht man Schüsseln und Teller hin und her. Und: Bei der Pute kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Man geht von einer Backofen-Bratzeit von einer Stunde pro Kilogramm bei 150 bis 180 Grad (Umluft) aus. Je schwerer die Pute, umso geringer ist also die „Kilobratzeit“. Eine 15 Kilogramm Pute ist in zirka 10 Stunden durch. Mit Frühstückspeck ummanteln, was vor dem Austrocknen schützt, sowie einen würzigen Geschmack verleiht und mit einer feuchten Fülle nach Wahl stopfen. Nach einer Stunde zwei dunkle Biere öffnen – eines zum aufgießen, das andere zum selbst trinken. Gemüse nach Geschmack dazu geben, beispielsweise Zwiebel, Knoblauch, Sellerie, Lauch, Karotten. Oder auch: Schweineknöchele mit in den Saft geben, die dann kurz vor dem Zer fallen als erste Vorspeise munden können. (Eigentlich kein Wunder, dass ich am Abend nie mehr so richtig Hunger habe.) Beim zweiten Aufguss nehme ich dann Orangensaft. Den Vogel dann jede halbe Stunde mit dem entstan denen Saft übergießen.

Kurz vor Ende der Backzeit wird die Pute dann noch mit einer Mischung aus Öl und Honig eingepinselt und kurz übergrillt. Dann rausnehmen, Saft passieren (Ich lasse immer alles drinnen und gehe einfach mit dem Pürierstab durch) und gegebenenfalls etwas nachwürzen. Dazu gibt es Ingwer-Birnen-Blaukraut und Semmel- und Kartoffelknödel. Gefeiert wird im Kreise der Familie in der kleinen steirischen Gemeinde in Wolfurt.


Manfred Bischelsberger, Wolfurt (Vorarlberg)
Controller der Bregenzer Festspiele

Schnapsbrenner, Essighersteller und leidenschaft licher Hobbykoch: Während der gebürtige Lauteracher berufl ich bei dem Sommerfestival für nüchterne Abrechnungen und geordnete Wirtschaftsverhältnisse sorgt, schätzt Manfred Bischelsberger privat gerne die kulinarische Kür. Dabei wird die Weihnachtszeit regelmäßig zum persönlichen Kochfestival.


Beitrag entnommen aus: Bregenzer Festspiele Extrablatt, Ausgabe Dezember 2011


Das Weihnachtsrezept von Fredrika Brillembourg finden Sie hier.